Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich der Alltag der ganzen Familie. Diese zehn Tipps aus der Pflegepraxis helfen, Sicherheit zu geben – und selbst Kraft zu behalten.
1. Feste Tagesstruktur schaffen
Gleiche Zeiten für Aufstehen, Mahlzeiten und Spaziergänge geben Orientierung und reduzieren Unruhe.
2. Einfach und freundlich sprechen
Kurze Sätze, eine Information auf einmal, Blickkontakt. Fragen lieber mit Auswahl stellen („Möchtest du Tee oder Kaffee?“) statt offen.
3. Nicht widersprechen, sondern begleiten
Korrigieren führt oft zu Stress. Gehen Sie auf das Gefühl hinter der Aussage ein – das nennt man validierende Kommunikation.
4. Wohnung sicher machen
Stolperfallen entfernen, gute Beleuchtung (auch nachts), Herdsicherung und gut sichtbare Beschriftungen an Türen.
5. Erinnerungen nutzen
Fotoalben, alte Lieder und vertraute Gegenstände wecken positive Gefühle und laden zum Erzählen ein.
6. Beschäftigung mit Sinn
Wäsche falten, Gemüse schälen, Blumen gießen: Kleine Aufgaben aus dem früheren Alltag stärken das Selbstwertgefühl.
7. Bewegung an der frischen Luft
Regelmäßige Spaziergänge – etwa am Rhein – fördern Schlaf, Appetit und Stimmung.
8. Auf Trinken und Essen achten
Menschen mit Demenz vergessen oft zu trinken. Stellen Sie Getränke gut sichtbar hin und bieten Sie regelmäßig etwas an.
9. Hilfe annehmen
Niemand schafft Demenzbegleitung rund um die Uhr allein. Eine geschulte Demenzbegleitung verschafft Ihnen regelmäßig Zeit für sich – finanzierbar ab Pflegegrad 1 über den Entlastungsbetrag.
10. Auf sich selbst achten
Pausen, Schlaf, Austausch mit anderen Angehörigen: Wer pflegt, braucht selbst Kraftquellen.
Tipp von Greta: Noch kein Pflegegrad? Bei Demenz lohnt der Antrag fast immer. Unsere Anleitung zum Pflegegrad-Antrag zeigt, worauf es bei der Begutachtung ankommt.
Stand: November 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
